
Hallo liebes Tagebuch,
heute bin ich nach Kleinsteinbach gefahren, um Volleyball zu spielen. Zweites Saisonspiel, und nach unserem Auftaktsieg wollten wir direkt das nächste Ausrufezeichen setzen, um eine sportliche Kathastrophe auf jeden Fall zu verhindern. Schon im ersten Satz zeigte sich: Wir waren da und bereit für die spielerische Kathalyse [Katalyse ist in der Chemie die Beschleunigung einer Reaktion durch einen Katalysator. Das Team zündete also den spielerischen Turbo]. Kleinsteinbach kam zwar immer wieder zu Punkten, aber wir konnten uns über unsere Aufschläge Stück für Stück absetzen. Henning erwies sich dabei als wahrer Kathapult am Aufschlag: Bei 16:14 übernahm er das Service und ballerte uns bis auf 21:14 davon.
Auch Stefan legte später nach und wir konnten den Satz wie im Kathalepsie-Rausch [Erklärung: Die „Katalepsie“ ist medizinisch ein Zustand der Muskelstarre und Bewegungslosigkeit. Hier heißt das, dass sich das Team in einen Rausch spielte, der den Gegner komplett erstarren ließ] mit 25:16 eintüten. Im zweiten Satz dachte ich dann kurz: Ach, das wird heute bestimmt entspannt. Tja, falsch gedacht – da drohte plötzlich im Chaos zu kathastrophieren! Kleinsteinbach kam deutlich besser ins Spiel und wir mussten ordentlich hinterherlaufen. Bei 19:16 für Kleinsteinbach lasen wir mental schon das Kathafalk [Katafalk ist ein Totengerüst, auf dem Särge aufgebahrt werden. Die Hoffnungen auf den Satzgewinn wurden hier also in Gedanken bereits zu Grabe getragen] der Satzhoffnungen. Wir kämpften uns zwar noch auf 22:23 heran, aber am Ende holte Kleinsteinbach den Satz mit 25:22.
Gut. 1:1. Im dritten Satz wollten wir dann ohne große Katharsis [Katharsis beschreibt die seelische Reinigung oder Befreiung, nachdem man dramatische Konflikte durchlebt hat. Das Team wollte sich also ein weiteres Nervendrama einfach sparen] klarstellen, wer hier eigentlich gewinnen möchte. Wir starteten stark und brannten uns wie ein Kathader [Katheter ist ein medizinischer Schlauch, der oft unangenehm in den Körper eingeführt wird] in die gegnerische Hälfte. Kleinsteinbach nahm bei 9:19 noch eine Auszeit, aber da war der Zug schon abgefahren. Unsere Aufschläge wirkten wie reines Kathastrophen-Material für den Gegner, während wir voll ins Rollen kamen. Am Ende stand ein 25:17 für die VTHämmerz.
Dann kam Satz vier und Kleinsteinbach ging ins Kathakomben-Labor, um das komplette Personal auszuprobieren. Bei 6:14 wurde gleich dreimal gleichzeitig gewechselt – ein echter Wechsel-Kathaskalismus [Kataklysmus ist eine verheerende Katastrophe, eine Sintflut oder eine gewaltige Umwälzung – sehr passend für einen dreifachen Wechsel]! Kurzzeitig brachte das etwas Unruhe, aber wir ließen uns nicht in die Kathastrophen-Falle locken. Wir blieben dran und feuerten die Bälle wie aus einem Kathapult weiter übers Netz. Bei 25:16 war schließlich Schluss – 3:1 für die VTHämmerz!
Vier Sätze, 1:36 Stunden Volleyball und ein rechnerisches Kathalog-Ergebnis von 97:74 Punkten für uns. Damit steht nach zwei Spieltagen die reine Siegesbilanz: zwei Spiele, zwei Siege. Und ich glaube, liebes Tagebuch, langsam wird es gefährlich. Denn wenn wir jetzt schon anfangen, Auswärtsspiele zu gewinnen, müssen wir uns am Ende der Saison womöglich noch ganz kathagorisch mit dem Aufstieg beschäftigen.
